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Weingut Karnburg

Veröffentlicht am 04. November 2012 von

Ein neues Weingut, das auf Geschichte baut, ist in der Nähe von Klagenfurt entstanden. Edle Tropfen, alte Traditionen, seltene Stücke . . .

Die Winzer Sem Kegley und Georg Michael Lexer

Für die Kleine Zeitung hat die Kärntner Journalistin Kerstin Oberlechner den ungewöhnlichen Hintergrund dieses „Weinbaues“ im wahrsten Sinn des Wortes aufgearbeitet. Mit ihrer freundlichen Genehmigung dürfen wir mit ihrem Text auch hier Lust auf mehr Genuss mit Geschichte(n) machen:

Wer Wein liebt, schiebt – mit dem Auto zurück. Die Abzweigung zum 6,5 Hektar großen Weingut, das die Winzer Sem Kegley und Georg Michael Lexer vor Kurzem unweit von Klagenfurt eröffnet haben, ist gut versteckt. Wer das Haus besuchen will, fährt beim ersten Mal meist vorbei. Wenn dann rechter Hand, hoch oben im Weingarten, der spektakuläre Bau auftaucht, ist es zu spät und man muss umdrehen. Aber es lohnt sich – nicht nur wegen Chardonnay, Pinot Grigio, Sauvignon blanc, Zweigelt und Pinot noir aus Kärnten. Auch Gebäude und Einrichtung sind einzigartig.

Wein „made in Kärnten“

„Wir wollten kein durchgestyltes Weingut haben. Das hat keinen Charme. Deshalb haben wir die Idee geboren, etwas Typisches für Kärnten zu bauen“, sagt Winzer-Vater und Chirurg Georg Lexer. „Zurück zum Ursprung“, lautete das Motto des Generationenprojektes. Lexer senior und junior haben sich von der funktionellen Bauernarchitektur anno dazumal inspirieren lassen. „Wir mussten uns das alles im Selbststudium aneignen und haben viel Zeit in Bibliotheken und im Freilichtmuseum Maria Saal verbracht“, erzählt Lexer, der das Haus mit seinem Sohn ganz ohne Architekten geplant hat.

Acht Jahre haben sie in Vorbereitung, Planung und Realisierung gesteckt. Den letzten Schliff gab der texanische Top-Winzer Kegley, der nun gemeinsam mit Georg Michael Lexer das Weingut führt. „Wir haben einen Traum von drei Generationen realisiert. Schon mein Vater wollte hier auf dem Südhang des Ulrichsberges ein Weingut errichten“, sagt Georg Lexer.

Georg Lexer: Jeder Stein, egal ob in der Mauer oder auf dem Boden, ist geschichtsträchtig.

Sein persönliches Gustostückerl ist die Steinmauer, welche die Blicke nicht nur von außen auf sich zieht. 220 Steine bilden in Anlehnung an die romantische Ruinenarchitektur den Grundstock des Anwesens. „Die Steine waren Teil einer steirischen Brücke. Ich bin einem Laster nachgefahren, der sie aufgeladen hatte, und habe ihn verfolgt, bis er stehen geblieben ist“, sagt Lexer, der jeden Stein vermessen und nummeriert hat, um sie wie tonnenschwere Puzzlesteine zu einer Wand zusammenzufügen. Die natürlichen Abstände zwischen den groben Klötzen sind kunstvoll mit Glas ausgefüllt.

Ein Blick auf den Boden lohnt sich ebenfalls. Dieser besteht aus handgeschlagenen Ziegeln und Kärntner Marmor aus alten Bauernhäusern. „Ich habe schon immer Steine gesammelt. Sie haben jetzt in unserem Weingut ihren Platz gefunden“, freut sich Georg Lexer. Ihm war wichtig, dass beim Bauen heute kaum mehr gebräuchliche Handwerkstechniken und Materialien wieder aufleben. So stecken in dem Haus nicht nur fünf heimische Holzarten, sondern auch bis zu 14 Meter lange Balken. Einzigartig sind auch viele Accessoires, die Georg Michael Lexer selbst angefertigt hat. „Das Metalldesign ist meine Spielerei. Die meisten Lampen, aber auch die WC-Türen sind von mir“, sagt der Winzer.

Das Weingut Karnburg ist 6,5 Hektar groß

Auch Liebhaberstücke seines Vaters und Großvaters sind auf den 600 Quadratmetern untergebracht. Wie ein OP-Tisch, der in einem Lazarett im Ersten Weltkrieg zum Einsatz gekommen ist. Makaber? „Nein. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Möbelstück ohne Gebrauchsspuren. Das heißt, dass es nie gelebt hat“, sagt Lexer. Auch ein kleiner Teil aus seiner Heimat, dem Lesachtal, ist im Weingut verewigt:  die blau-weißen Fensterläden aus Eisen, die aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg stammen. „Früher haben sie als Brandschutztüren gedient“, sagt Lexer. Und auch damals hat ein Lesachtaler nie etwas weggeworfen. Die aufgebrachten Metallknöpfe sind Überbleibsel ausrangierter Granaten aus dem Krieg.

Hier geht’s zu mehr Fotos der Kleinen Zeitung, in der dieser Text am 26. Oktober 2012 erschienen ist.

Infos über das Weingut: www.weingut-karnburg.eu

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