Kärnten Blog

Wilde Schönheit und berührende Sanftheit

Veröffentlicht am 25. Juni 2016 von

Text: Günter Mussnig & Alexandra Kimmer

Eine wilde Schönheit und berührende Sanftheit prägt während der ersten dreizehn Etappen Österreichs neuen Top-Weitwanderweg, den Alpe-Adria-Trail. Eine Aufforderung, loszulassen und sich auf den Weg zu machen zum großen Wanderabenteuer gleich vor der Haustür.

Wandern entlang des Alpe-Adria-Trails, Foto: Kärnten Werbung/ Gerdl

„Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo“ hat schon André Heller besungen. Und das Bild, vom eisgekrönten Großglockner bis an die azurblaue Meeresküste der Adria zu wandern, hat die Menschen von Anfang an fasziniert. Auf 43 Etappen und 750 Kilometern (das sind die Werte für den AAT inkl. der Rundtour) wird ein Raum erwandert, dessen Wortmarke aktuell mehr mit einer desolaten Bank, als mit einer der schönsten und vielfältigsten Landschaften der Erde verbunden wird: der Alpe-Adria-Raum.

Auf zum Picknick im Garten Eden! Foto: Steve Haider

Der größte Nationalpark der Alpen, der Nationalpark Hohe Tauern, die Kärntner Seenwelt mit dem glitzernden Millstätter See, die Julischen Alpen mit dem einzigartigen Soča-Fluss, die Schauplätze der verheerenden Isonzoschlachten im Ersten Weltkrieg, die Weinberge im friulanisch-slowenischen Grenzgebiet, der Triestiner Karst und letztendlich die Adriaküste im romantischen Fischerdorf Muggia, das alles verbindet der Alpe-Adria-Trail zu einer unvergesslichen Wanderung durch einen wahren Garten Eden.

Kurze Pause in Heiligenblut. Foto: Kärnten Werbung/Gerdl

Dazu kommt noch der bequeme Wanderservice im Alpe-Adria-Trail-Buchungscenter, wo Weitwanderer kompetent beraten sowie Unterkünfte, Gepäcktransfers und Wanderführer einfach organisiert werden und auf Wunsch auch nur für ausgesuchte Teilstrecken.

Wandern in den Millstätter Alpen. Foto: Kärnten Werbung/Gerdl

Mit dem Käpt´n  auf Tour

Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Trail unter der Führung von Ron Kapteyn, einem aus den Niederlanden stammenden Nationalpark-Ranger und Bergwanderführer – von allen nur noch der „Käpt´n“ genannt. Es gibt derzeit niemanden, der den gesamten Alpe-Adria-Trail besser kennt, als der Käpt´n! Und es sind gerade die Begegnungen entlang des Trails, die den Weg zu einem unvergesslichen Wandererlebnis werden lassen.

Mit den Steinböcken per Du

Schroff, atemberaubend und erhaben präsentiert sich der Startpunkt des Trails, am Fuße des höchsten Berges Österreichs, dem Großglockner, mitten im Nationalpark Hohe Tauern. Noch etwas ungelenk und vorsichtig stapfen wir vom eigens eingerichteten Trail-Startpunkt auf der Kaiser-Franz-Josefshöhe über die steilen Stufen hinunter zum Pasterzengletscher, ohne wirklich die Blicke vom Gipfel des Großglockners lassen zu können.

Plötzlich steht er vor uns, der Markus: groß, eindrucksvoll und mit wildem, rotem Haar! Hier, im Sonderschutzgebiet Großglockner-Pasterze ist sein Arbeitsplatz, denn Markus Lackner ist Nationalpark-Wildhüter und darüber hinaus noch Steinwildhüter. Er kennt alle seine „Schäfchen“, wobei dieses Wort für seine ca. 150 Böcke, Geißen und Kitze etwas irreführend ist. Vor mehr als 40 Jahren wurde hier Steinwild von der Jägerschaft Heiligenblut ausgesetzt und hat sich daraufhin, auch durch den Schutz  des Nationalparks prächtig weiter entwickelt. Heute ist Markus in ganz spezieller Mission unterwegs: er peilt einzelne, mit Halsbandsendern ausgestattete Tiere an, um deren mitunter erstaunlichen Wanderungen aufzuzeichnen. Und so haben wir es nicht schwer, die ersten Steinböcke am Gegenhang, zu erkennen.

Wandern in Bad Kleinkirchheim. Foto: Kärnten Werbung/Pentaphoto

Immer dem Licht entgegen

All zu lange wollen wir Markus ohnehin nicht bei seiner Arbeit aufhalten denn schließlich haben wir einige Wanderkilometer vor uns und es warten noch etliche Höhepunkte bis zum Millstätter See auf uns: die Bricciuskapelle, der Sterbeort von Briccius, der das Blut Jesu nach Heiligenblut gebracht hat, die ob dieser Sage erbaute, wunderschöne Wallfahrtskirche im legendären Bergdorf Heiligenblut, das einzigartige kulturhistorische Ensemble der Apriacher Stockmühlen, hoch über dem Oberen Mölltal und die mächtigen Gewerkenhäuser (die Gewerken waren Bergwerksherren) aus der Goldbergbauzeit in Großkirchheim. In einem dieser Gewerkenhäuser, bei Hubert Ziervogel im Döllacher Dorfwirtshaus wird übrigens auch genächtigt.

Der Alpe Adria Trail Richtung Gmünd. Foto: Franz Gerdl

Weiter geht es um das markante Möllknie zum Marterle, Österreichs höchstgelegener Wallfahrtskirche, auf der sonnendurchfluteten und viel besungenen „Mölltalleit´n“ zur „Rollbahn“, wo früher mittels einer Pferdeeisenbahn das Erz aus dem Gebirge geschafft wurde. Beim „Himmelbauer“, wo der Ausblick wahrlich himmlisch ist, geht es in das Hochtal von Mallnitz, einem OeAV-Bergsteigerdorf, bevor wir in die kühlen und mystischen Schluchten eintauchen, die hinunter nach Obervellach zum zauberhaften historischen Marktplatz führen. Immer lieblicher und sanfter wird die Landschaft und es geht vorbei an der Märchenburg „Falkenstein“ hinauf zum Danielsberg.

Kurzer Stop in Heiligenblut. Foto: Kärnten Werbung/AAT

Der Zauberberg

„Berg“ ist hier im Mölltal für diesen markanten, kaum 1.000 Meter hohen Hügel ziemlich übertrieben, jedoch wird uns die Energie und Kraft dieses Bergs sofort in den Bann ziehen. Dafür sorgt sicherlich auch Hannes Viehauser, der Hausherr am Herkuleshof, einem idyllischen Gasthof, fast direkt am Gipfel des Danielsberges gelegen. Nach einer kurzen Erfrischung spazieren wir mit Hannes vorbei an einem malerischen Teich zur Keltenwiese, wo wir die in Fels gehauenen Schalensteine bewundern.

Startplatz des Alpe Adria Trails. Foto: Kärnten Werbung/Gerdl

Vor mehr als 5.000 Jahren brachten hier die Kelten schon (wahrscheinlich blutige) Opfer dar. Später folgten die Römer und errichteten am Gipfel einen, dem Gott Herkules geweihten Tempel, aus dessen Marmorbruchstücken später eine romanische Kirche gebaut wurde. Über Jahrtausende und verschiedene Kulturen hinweg hat dieser Kraftort die Menschen geprägt, fasziniert und mit Energie aufgeladen. So auch uns, denn vom Danielsberg ist der Blick frei auf die sanfte, hügelige Landschaft der Kärntner Nockberge und Seen, die jetzt auf uns warten.

Auf dem Sentiero dell’amore

Am Millstätter See erstreckt sich hoch über dem Nordufer die Millstätter Alpe, ein sanfter Höhenrücken, der zum genussvollen Verweilen einlädt. Hier, auf 1.800 Höhenmetern hat Franz Glabischnig, Bio-Bauer, Senner und Gastwirt gleichermaßen ein ganz besonderes Refugium für die Weitwanderer geschaffen – die gemütliche Alexanderhütte, die schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts als ein Ort der Sommerfrische galt. Hinter der Hütte lädt der Alpe-Adria-Trail ins Reich des „Feuersteins der Liebe“. Wer auf dieser Teiletappe, die auch Sentiero dell’ amore, der Weg der Liebe genannt wird, genau hinschaut, kann die dunkelroten Granatkiesel zwischen den Gesteinsbrocken entlang des Weges hervorblitzen und als glänzende Knöpfe in den Felsen eingeschlossen sehen. „Feuerstein der Liebe“ oder auch Karfunkelstein wird der Granat noch genannt.

Feuerstein der Liebe. Foto: Franz Gerdl

Die edlen Steine weisen darauf hin, dass die Millstätter Alpe in ihrem Inneren das größte Granatvorkommen der Alpen birgt und so verwundert es nicht, dass einer der magischen Orte, mit denen der Alpe-Adria Trail wirbt, das Granattor ist. Es thront als mächtiger Durchgang auf dem höchsten Punkt des Sentiero dell‘ amore und ist gefüllt mit Tonnen von Granatgestein. Von hier oben eröffnet sich ein Alpenpanorama was seinesgleichen sucht: der Dachstein im Norden, die Hohen Tauern im Westen, Karnische Alpen und Karawanken im Süden und die Nockberge im Osten – und zu Füßen liegt der strahlend blaue Millstätter See, der uns zu einer letzten Wanderetappe, zum Seenwellness, an seine Ufer lädt.

Entspannung in den Millstätter Alpen. Foto: Kärnten Werbung/Gerdl

Ankommen und genießen: Seenwellness am Millstätter See

Von den Erlebnissen der ersten 13 Wanderetappen des Alpe-Adria-Trails erholen wir uns beim Seenwellness im 1. Kärnten Badehaus. Während die Eindrücke, Geschichten und Begegnungen der vergangenen Tage noch nachklingen, laden Außenpool, Zirbensauna und Granatstein-Massage zum Abschalten und Ankommen ein. Der Blick auf den See und den dahinterliegenden Bergen ist von der Panoramasauna aus einzigartig. Mit dem Dinner for 2 mitten auf einer kleinen Insel im Millstätter See werden wir ein letztes Mal die Hohen Tauern aus der Ferne besichtigen.

Entspannung pur am Millsätter See. Foto: Kärnten Werbung/Gröger

Wenn die Sonne ihre letzten wärmenden Strahlen über das Wasser schickt, um als glutrote Scheibe hinter dem Goldeck im Westen zu versinken und die Wellen sanft an die Bohlen des Floßes klopfen, ist die schönste Zeit noch einmal anzustoßen – auf eine Reise der Entschleunigung und einer Reise, die dem Weg der Natur folgt: vom Gletscherursprung des Wassers hin zum samtweichen Millstätter Seebadewasser, vom höchsten Berg Österreichs hin zum tiefsten See Kärntens und schließlich vom mächtigen Felsmassiv der mehr als 300 Dreitausender zu den saftig grünen Grasrücken der Nockberge. Auf, zu den nächsten Abenteuern des Alpe-Adria-Trails.

 

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